Kaum ein Thema wird so umständlich verhandelt wie die Geschenkfrage. Gäste wollen wissen, was angebracht ist, und trauen sich nicht zu fragen. Paare haben eine klare Vorstellung und trauen sich nicht, sie zu sagen. Dabei ist beides längst geklärt: In der Schweiz sind CHF 100 bis 300 pro Person der übliche Rahmen, und eine Wunschliste zu führen gilt heute als Hilfestellung, nicht als Unhöflichkeit. Hier stehen die Richtwerte, die Formulierungen und der Aufbau einer Liste, die tatsächlich benutzt wird.
Die Frage stellen sich eure Gäste, nicht ihr. Trotzdem lohnt es sich, die Antwort zu kennen: Wer die Grössenordnung kennt, kann sie auf Nachfrage weitergeben, und genau danach wird gefragt.
Die verbreitetste Orientierung in der Schweiz ist der Kostenaufwand pro Gast. Das Geschenk sollte mindestens den eigenen Platz am Fest decken, und der liegt hierzulande bei CHF 100 bis 180 pro Person. Darüber hinaus entscheidet die Nähe zum Paar.
| Verhältnis zum Brautpaar | Übliche Höhe pro Person | Als Paar |
|---|---|---|
| Geschwister, engste Freunde | CHF 150 – 300 | CHF 300 – 600 |
| Gute Freunde, nahe Verwandte | CHF 100 – 150 | CHF 200 – 300 |
| Entferntere Bekannte, Arbeitskollegen | CHF 50 – 100 | CHF 100 – 200 |
| Eltern und Grosseltern | Sehr unterschiedlich, oft ein grösserer Beitrag an die Hochzeit selbst statt ein Geschenk | |
Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Regeln. Wer als Student eingeladen ist, schenkt weniger, und niemand rechnet nach. Wichtiger als der Betrag ist, dass Gäste nicht im Ungewissen bleiben, denn die Unsicherheit führt regelmässig dazu, dass entweder deutlich zu viel oder etwas völlig Unpassendes geschenkt wird.
Beides hat seine Berechtigung, und die meisten Paare kombinieren heute. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, ob ihr schon zusammenwohnt.
Der pragmatische Weg: eine Liste mit Sachgeschenken in verschiedenen Preisklassen, ergänzt um einen Geldwunsch als eigenen Eintrag. So kann jeder Gast das wählen, was ihm entspricht, und niemand muss erraten, was recht ist.
Der häufigste Fehler ist eine Liste, auf der zwölf Dinge stehen, die alle zwischen CHF 200 und 400 kosten. Gäste mit kleinerem Budget finden nichts Passendes und weichen auf ein eigenes Geschenk aus, womit die Liste ihren Zweck verfehlt.
Eine brauchbare Verteilung: rund ein Drittel unter CHF 80, ein Drittel zwischen CHF 80 und 200, ein Drittel darüber. Bei den teureren Positionen lohnt es sich, mehrere Gäste zusammenlegen zu lassen. Eine Espressomaschine für CHF 600 ist als Einzelgeschenk für fast alle zu teuer, als Beitrag von sechs Personen aber unproblematisch.
Rechnet mit etwa 1,5 Einträgen pro eingeladenem Haushalt. Bei 80 Gästen sind das rund 40 Haushalte, also etwa 60 Positionen. Das klingt viel, aber eine zu kurze Liste ist am Ende leerer als eine lange.
"Etwas für die Küche" ist kein Eintrag. Marke, Modell, Farbe und ein Link machen den Unterschied zwischen einer Liste, die benutzt wird, und einer, die höflich ignoriert wird.
Eine Liste muss nicht aus Produkten bestehen. Beiträge an ein Erlebnis funktionieren oft besser und werden als persönlicher empfunden: eine Nacht im Hotel der Hochzeitsreise, ein Abendessen unterwegs, ein Tauchkurs, der Mietwagen für eine Woche. Der Gast weiss dann genau, was er ermöglicht.
Direkt auf die Einladung gehört das Thema nicht. Üblich ist ein separates Kärtchen in der Einladung oder, heute häufiger, ein Hinweis auf die Hochzeitswebsite, wo die Liste steht. Auf diese Weise fragt niemand nach, und ihr müsst es nicht im Gespräch klären.
Formulierungen, die funktionieren, ohne fordernd zu wirken:
Was ihr weglassen solltet: Reimformen über Kuverts, konkrete Betragsangaben auf gedruckten Karten und Formulierungen, die Sachgeschenke ausdrücklich ausschliessen. Der Effekt ist meist das Gegenteil des Gewollten.
Eine gedruckte Liste, die der Einladung beiliegt, hat zwei Nachteile: Sie lässt sich nicht mehr ändern, und niemand sieht, was bereits vergeben ist. Dadurch entstehen genau die Doppelungen, die die Liste verhindern sollte.
Eine Liste auf eurer Hochzeitswebsite löst beides. Ihr könnt Positionen nachtragen, vergebene Einträge werden für andere Gäste als reserviert angezeigt, und ihr seht laufend, wer was übernommen hat, was das Schreiben der Dankeskarten später deutlich vereinfacht. Ein Passwortschutz auf der Website sorgt dafür, dass die Liste nicht öffentlich auffindbar ist.
Rechnet mit zwei bis drei Monaten nach der Hochzeit als Zeitfenster für die Dankeskarten. Später wirkt es nachlässig, viel früher schafft es kaum jemand, weil in den ersten Wochen die Fotos noch fehlen.
Notiert während der Hochzeit oder unmittelbar danach, wer was geschenkt hat. Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund, weshalb Dankeskarten unpersönlich ausfallen: Nach vier Wochen weiss niemand mehr, welches Kuvert von wem kam. Wer die Geschenke in derselben Liste erfasst, in der auch die Gäste stehen, hat diese Zuordnung automatisch.
Eine persönliche Zeile pro Karte reicht völlig. Ein Satz, der sich konkret auf das Geschenk oder auf einen Moment des Abends bezieht, macht mehr Eindruck als ein langer Standardtext.
Übliche Richtwerte pro Person: enge Freunde und Geschwister CHF 150 bis 300, gute Freunde und nahe Verwandte CHF 100 bis 150, entferntere Bekannte CHF 50 bis 100. Als Paar entsprechend das Doppelte. Eine verbreitete Faustregel besagt, dass das Geschenk mindestens die Kosten des eigenen Platzes decken sollte, und die liegen in der Schweiz bei CHF 100 bis 180 pro Person.
Nein, das ist heute völlig üblich, besonders wenn das Paar bereits zusammenwohnt und einen vollständigen Haushalt hat. Entscheidend ist die Formulierung: Der Wunsch gehört nicht auf die Einladung selbst, sondern auf ein separates Kärtchen oder die Hochzeitswebsite, und er sollte als Angebot formuliert sein, nicht als Erwartung.
Rechnet mit rund 1,5 Einträgen pro eingeladenem Haushalt. Bei 80 Gästen, also etwa 40 Haushalten, sind das ungefähr 60 Positionen. Wichtig ist die Preisverteilung: etwa ein Drittel unter CHF 80, ein Drittel zwischen CHF 80 und 200, ein Drittel darüber, damit jedes Budget etwas Passendes findet.
Nicht auf die Einladungskarte selbst. Üblich sind ein separates kleines Kärtchen in der Einladung oder ein Verweis auf die Hochzeitswebsite, wo die Liste steht. Die Website hat den Vorteil, dass ihr Positionen nachtragen könnt und Gäste sehen, was bereits vergeben ist.
Mit einer Liste, auf der Gäste einen Eintrag reservieren können und andere diese Reservierung sehen. Eine gedruckte Liste kann das nicht leisten, weil niemand weiss, was bereits vergeben ist. Achtet darauf, dass die Reservierung ohne Anmeldung möglich ist, sonst wird die Liste umgangen.
Zwei bis drei Monate nach der Hochzeit ist der übliche Rahmen. Früher schafft es kaum jemand, weil die Fotos meist noch nicht vorliegen. Notiert direkt nach der Feier, wer was geschenkt hat, sonst lässt sich das nach ein paar Wochen nicht mehr zuverlässig zuordnen.
Beiträge an ein Erlebnis statt Gegenstände: eine Nacht der Hochzeitsreise, ein Abendessen unterwegs, ein gemeinsamer Kurs. Das wird als persönlicher empfunden als ein Kuvert und landet garantiert nicht im Keller. Viele Paare führen solche Positionen heute direkt auf ihrer Wunschliste.
In wedplan legt ihr Wunschliste und Geldwunsch als Einträge an, Gäste reservieren ohne Anmeldung, und ihr seht laufend, wer was übernommen hat. Das macht später auch die Dankeskarten einfach.
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